Meine Erfahrungen zum Thema Bonsai

Inhalt

Diese Info's beziehen sich primär auf Nadelbäume, d.h. auch primär auf den Outdoor-Bereich mit Ausnahme der Mittelmeer-Pinie.

Sonne

Vor allem meine Bergkiefern können nicht genug Sonne bekommen. Doch halt: Sind Bäume geschwächt, weil sie zB. krank oder umgetopft wurden, so dürfen diese nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Auch langanhaltende Hitze in Verbindung mit direkter Sonneneinstrahlung kann Bäumen schaden weshalb es notwendig ist täglich mehrmals den Baum als auch das Substrat zu kontrollieren.

Doch wie erkennt man das es dem Baum schlecht geht? Vor allem durch ständige Beobachtung und dem Erkennen von Veränderungen am Baum bzw. auch dem Substrat.

Nadeln können braun werden wenn der Wassertransport von der Wurzel zur Krone nicht optimal funktioniert. Dieses Problem kann zB. durch zuwenig Wasser aber auch durch zuviel Wasser eintreten (Die berühmte "Staunässe") Vermeiden sollte man auch das Gießen während starker Mittagssonne da hier ebenfalls das Blattwerk in Mitleidenschaft gezogen werden kann und sich die Pflanze in der Streßsituation "Hitze" beim Wassertransport schwer tut!

Als sehr praktisch haben sich Schattiernetze herausgestellt. Es gibt diese mit unterschiedlichen Schattierungen, zB. können damit nur mehr 60% der Sonnenstrahlen durchgelassen werden (Was man auch schon spürt wenn man sich darunter stellt)

"Zieht" sich die Erde am Rand des Bonsai-Topfes zusammen so sollte man diesen Gießen. Wenn man ganz sicher sein möchte so kann man kleine Holz-Grillspieße in das Substrat stecken. Diese läßt man ca. 5 Minuten im Substrat und zieht diese anschließend "schnell" heraus. Anhand der Feuchtigkeit auf dem Spieß kann man ableiten ob die Erde genug Feuchtigkeit besitzt. Sollte sich die Erde am Rand des Topfes vor Trockenheit zusammenziehen und der Spieß aber sehr feucht/nass sein so liegt ein Fehler im Substrat vor!

Wasser

Wasser transportiert Nährstoffe und hält Substrat bzw. indirekt die Pflanze feucht. Meine Nadelbäume benötigen Wasser aber davon nicht allzuviel.

Am besten soll abgestandenes Regenwasser sein, jedoch habe ich auch schon Stimmen gehört welche genau das Gegenteil behauptet haben. Leitungswasser soll viele Spurenelemente und Mineralien enthalten welche im Regenwasser nicht vorhanden sind. Jedoch auch mehr Kalk was den Pflanzen auf Dauer aufstößt und welcher Flecken auf den Nadeln der Bäume verursacht.

Ich gieße deshalb mit abgestandenem Leitungswasser wobei ich teilweise auch destilliertes Wasser verwende. Sind meine "Wasser-Reserven" aufgebraucht so wird zur Not auch direkt mit Leitungswasser gegossen.

Erde

Die Erde muss wasserdurchläßig sein, d.h. es darf sich kein Wasser dort für lange Zeit halten. Am besten erreicht man dies durch Erdmischungen wobei ich Torf überhaupt nicht verwende. Akadama, Lavasplit, Kiryu und Kokos-Substrat finden sich in meinen "Erden" wieder. Dies hat sich für meine Nadelbäume sehr bewährt.

Ziehe ich Bonsai aus Samen so verwende ich entweder Anzuchterde oder Kokos-Substrat. Erst nach dem ersten Umtopfen wird auch Akadama und Lavasplit hinzugemischt. Kiryu nur bei Bedarf.

Licht

Dieser Punkt würde eigentlich zum Thema "Sonne" gehören. Licht kann natürlich aber auch künstlich entstehen. Vor allem für Sämlinge ist viel Licht wichtig ohne das sie großer Hitze ausgesetzt sind.

Diverse Online-Märkte bieten hier zahlreiche Lampen an. Vor allem in der Hanf-Grower-Szene gibt es zahlreiche Informationen welche man auch auf Bonsai ummünzen kann. Licht muss dabei nicht immer weiß sein! Rot- und Blautöne sind bei sehr vielen Lampen zu finden da dies die Lichtfrequenzen sind welche von den Pflanzen primär verwendet werden.

Düngen

Gedüngt wird bei mir mineralisch als auch organisch. Laut meinen Informationen verträgt sich dies aber nicht da der mineralische Dünger unter Umständen die Mikroorganismen, welche den organischen Dünger freisetzen, töten können. Ich mach's aber dennoch vor allem da so mancher Bonsai-Meister ebenso keine Probleme damit hat.

– Andreas Wittmann